(2016) Wilder Westen auf der Alb

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Basteln, Klettern, Spielen: Im Waldheim Stötten toben sich die Kinder aus. Nach Herzenslust bauen sie Lägerle und hören Geschichten aus der Bibel.

Im „Wilden Westen“ geht es bei den Kindern im Waldheim Stötten hoch her. Die 85 Jungen und Mädchen im Alter zwischen fünf und 13 Jahren lassen es in der letzten Waldheim-Woche richtig krachen und zeigen ihr Baugeschick an Indianerdörfern.

Viele von ihnen verbringen schon ihre dritte Woche in diesem Sommer in Stötten, und haben in der ersten Woche, die mit 160 Kindern die teilnehmerstärkste war, einen Saloon gebaut. In der zweiten Woche war die Aufgabe, einen Westerbahnhof zu bauen. Wie im Waldheim üblich, dürfen die Kinder beim Bau ihrer Lägerle außer einer Paketschnur zum Binden keine Werkzeuge benutzen. An Bäume dürfen die Bauten auch nicht gelehnt werden, da der Förster dagegen Einspruch erhoben hat.

Den Waldheim-Kindern macht das aber überhaupt nichts aus. Die achtjährige Sophia bindet besonders gerne lange Stöcke mit der Paketschnur zu einem kleinen Indianer-Tipi zusammen. Maxi stimmt ihr bei dieser Begeisterung zu. Die Siebenjährige sucht gerne Stöcke, die für den Bau der Lägerles immer gebraucht werden. Ihr gefällt das Spielen und Bauen im Wald am besten, vor allem, weil es dort Tiere gibt. Bevor die Kinder aber mit ihren Indianerdörfern anfangen konnten, mussten sie das alte Lager kaputtmachen, neue Stöcke und Zweige suchen, und den Weg zu ihrem Dorf sauber fegen, damit Besucher wie Indianer den Weg gleich finden. „Bei den älteren Kindern ist die Motivation größer, ein größeres Lager zu bauen oder auch mal eine zweite Ebene dazuzubauen“, erzählt Waldheimleiterin Daniela Hartmann. Dabei sei es den Betreuern aber wichtig, dass die Kinder selbstständig arbeiten dürfen und nur auf ein wenig Hilfestellung angewiesen sind. „Es soll später das Lägerle der Kinder sein und nicht das der Betreuer“, sagt Hartmann.

Dass für die Jungen und Mädchen nicht nur das Bauen ihrer Lägerle im Vordergrund steht, sondern auch das reichhaltige Sport- und Spielangebot, stellt die siebenjährige Lotta fest. Sie erzählt: „Am liebsten würde ich auf die Bäume im Wald klettern, das darf ich aber nicht. Deshalb klettere ich viel auf dem neuen Klettergerüst.“ Die neunjährige Naomi sieht das genauso: „Ich bin zum ersten Mal hier, und es ist ganz cool. Es gibt viele Möglichkeiten zu klettern und anderen Sport zu machen.“

Bei den Jungs steht das Fußballspielen hoch im Kurs, erzählt Janik. Dem Neunjährigen und seinen gleichaltrigen Freunden Jonas und Joshua gefällt der Spaziergang zu ihren Lägerle und das Singen bei der Morgenandacht ebenfalls richtig gut. Dabei geht es darum, dass die Teilnehmer auf kindgerechte Weise mit der Bibel und ihren Erzählungen in Berührung kommen. Getreu dem diesjährigen Motto besucht ein Cowboy mit seinem sprechenden Kaktus die Morgenandacht. Von diesem Kaktus hören die Kinder dann Geschichten aus Bildern oder singen im Chor. Der fünfjährigen Veronika gefallen diese Andachten besonders gut, weil dort oft ihr Lieblingslied „Hallelujah“ gesungen wird. Dieses Jahr liege der Fokus auf dem Beten, erzählt Waldheimleiterin Daniela Hartmann. Die Botschaft der Bergpredigt wird den Kindern nähergebracht, und deren Inhalt ist auch das „Vater Unser“.

Zwischen dem Lägerlebau, Singen und Geschichten hören bleibt für die Kinder noch genügend Zeit, an den vielen Workshops teilzunehmen, die das Waldheim bietet. Hannah gefällt „Spiel und Spaß ohne Spaß“ und erklärt: „Der Workshop heißt so, damit die anderen nicht wissen, wie viel Spaß wir haben.“ Die Zwölfjährige hatte trotz des Workshop-Mottos viel Spaß beim Völkerball spielen, Schubkarrenrennen und Würfelfußball. Und weil es im „Wilden Westen“ keine Autos gibt, müssen die Kinder ihre Fortbewegungsmittel selbst basteln. Dazu passend gibt es einen Workshop, bei dem die Jungen und Mädchen ihre eigenen Steckenpferde fertigten. Der hat der neunjährigen Magdalena am besten gefallen.

Die Woche im Waldheim endet am Freitag für die Teilnehmer mit einer Lägerlesbewertung, bei der dieses Jahr der schönste Saloon, Westernbahnhof oder Indianer-Tipi gekürt wurde. Eine Lägerlesprämierung folgt, bei der jedes Kind eine Urkunde und ein Gruppenfoto bekommt, um auch etwas mit heim bringen zu können.

Geislinger Zeitung, ANGELINA NEUWIRTH |