Waldheim Stötten seit 1959

1959 gründete Dekan Jakob Straub das Waldheim in Stötten nach Stuttgarter Vorbild. Unter der Leitung von Jugendwart Frieder Lampeitl kamen 70 Kinder aus Geislingen nach Stötten und verbrachten dort einen Teil ihrer Ferien.

Mittlerweile kann das Waldheim auf über 60 erfolgreiche Jahre, mehr als 13.000 Kinder und 1.200 Mitarbeiter zurückblicken. Und noch heute ist das Angebot so aktuell wie damals. 

 
 

Siegfried und Ursula Götz

Ich, Siegfried Götz (Jahrgang 1944) habe von Anfang an als damals noch sog. „Onkel“ mitgearbeitet. Genaugenommen bin ich sogar schon seit dem „Jahr minus 1“, also 1958 dabei. Wir von der „Jungenschaft“ sind damals gebeten worden, beim Ausschachten des Fundamentes für die neue Terrassenmauer am ehemaligen Pfarrhaus Stötten mitzuhelfen. Ohne Unterbrechung bin ich dann 9 x (also von 1959 bis 1967) dabei gewesen, jeweils die ganzen 4 Wochen lang. Besonders gute Erinnerungen habe ich an den Leiter der frühen Jahre, an Frieder Lampeitl.

1959 hat es den Saalneubau noch nicht gegeben. Ich bin mit meiner Gruppe im 1. Stock des ehemaligen Pfarrhauses untergebracht gewesen, was unter anderem bedeutet hat, dass wir das Essen die Treppe haben hochtragen müssen.

Mein bedeutendstes Jahr ist aber ohne Frage 1966 gewesen, denn da habe ich im Waldheim meine Frau Ursula (vgl. weiter unten !) kennengelernt.

Ab 1968 habe ich nicht mehr Mitarbeiter sein können, weil mein 1. theologisches Dienstexamen unmittelbar bevor gestanden ist. Ich bin dann von 1969 bis 2007 als evangelischer Pfarrer tätig gewesen und lebe nun im Ruhestand wieder in meiner Heimatstadt Geislingen.

Foto von Siegrid Götz: Morgenkreis im Jahr 1967

Ursula Götz, geborene Class (Jahrgang 1945 aus Frickenhausen bei Nürtingen) ist 1966 über einen vom damaligen Leiter Siegfried Krüger veranlassten Aushang im Hauswirtschaftlichen Seminar in Kirchheim [Ausbildungsstätte der Lehrerinnen für Handarbeit, Hauswirtschaft und Turnen (HHT)] auf Stötten aufmerksam geworden. Am 11. Juni 1966 haben wir uns bei einem Vorbereitungstreffen erstmals gesehen und sind dann unmittelbar nach der Waldheimzeit ein Paar geworden. 1967 ist Ursula wieder als „Tante“ tätig gewesen.

Eine besondere „Erfindung“ von Ursula ist erwähnenswert: in einer Zeit, als es den Begriff „Trimm-dich-Pfad“ noch gar nicht gegeben hat, hat sie, die angehende Lehrerin u.a. für Sport, mit ihrer Gruppe im Wald bereits einen angelegt.

1966 ist ihr Bruder Ulrich Class (Jahrgang 1950) als „Hilfs-Onkel“ mitgekommen. Er hat im „Eheanbahnungsinstitut Waldheim Stötten“ mit Gerlinde Banthleon aus Kuchen (sie hat in der Küche mitgearbeitet) seine Frau kennengelernt. Er war Lehrer und wohnt in Großbettlingen.

Waldheim im Laufe der Jahre

Der Lägerlesbau im Wald, das gemeinsame Singen mit anderen Waldheimkindern und der heiß ersehnte Nachmittags-Imbiss im Wald:
Wir blicken zurück auf den Wandel der letzten Jahre. 

1958

Die Idee: Ein Waldheim soll angeboten werden

Dekan Frank beauftragt den Jugendwart Frieder Lampeitel für Geislinger Kinder ein Ferientagheim einzurichten. Lampeitel hatte diese Arbeit in Stuttgart kennengelernt. Sie war gedacht für bedürftige und unterernährte Kinder.

Durch die Zusammenlegung der ev. Kirchengemeinden Eybach und Stötten in den späten 50er- Jahren steht das Stöttener Pfarrhaus als Jugendheim zur Verfügung. Allerdings sind kleine Umbauten notwendig, da z.B. der heutige Speisesaal im Erdgeschoss früher Hühnerstall war.

Die Geislinger Jungenschaft schachtet die Mauer für die Terrasse aus.

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1959

Das erste Waldheim findet statt
Waldheimleiter sind Frieder Lampeitl und Karl Prister

Gründung des Waldheims durch Dekan Jakob Straub. Frieder Lampeitl und Karl Prister über- nehmen die Waldheimleitung.

Das Waldheim findet komplett im alten Pfarrhaus statt, es laufen allerdings schon Planungen für einen Neubau (Holzhaus) - laut Darlehensantrag hätte es eigentlich bis zum Waldheim fertig sein sollen.
Da die Geislinger AWO im vergangenen Jahr mit einem ähnlichen Angebot mangels Beteiligung gescheitert ist, wird der Holzhausbau vertagt.

Das Waldheim wird als wichtige Aufgabe der ev. Kirche angesehen und soll trotz der schlechten Erfahrungen der AWO ins Leben gerufen werden. Zur Not als Zuschussbetrieb! Die Gemeinden werden zu Opfern und Spenden aufgerufen. Die vorhandenen Plätze reichen nicht für alle Kinder aus.

Händeringend werden Mitarbeiter fürs Waldheim ge- sucht - man muss zunächst nehmen, wen man kriegen kann. Das ändert sich aber in den nächsten Jahren. Es gibt eine provisorisch eingerichtete Toilettenanlage, die aber nicht den Anforderungen entspricht.

Waldheimleitung: Frieder Lampeitl und Karl Prister

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