Alienbesuch auf der Alb

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Kein Sommer ohne Waldheim in Stötten, kein Waldheim ohne „Lägerlesbau“: Drei Wochen lang haben sich Jungen und Mädchen in der Freizeit der evangelischen Kirche auf der Alb vergnügt.

Munteres Kindergeschrei schallt durch den Stöttener Wald: Gestern war der letzte Tag der traditionellen dreiwöchigen Freizeit der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Geislingen. Die dritte Woche wird auch „Waldheim für Ausgeschlafene“ genannt, da statt um 8 Uhr, erst um 9.30 Uhr die Pforten öffnen.

„Jeden Morgen gibt es Workshops wie Tischtennis oder Hiphop, zwischen denen die Kinder wählen können“, erklärt Betreuer Florian Eberhard, während er mit seinen Schützlingen durch den Wald zum „Lägerle“ marschiert. Dessen Besuch steht nach den Workshops, der morgendlichen Andacht und dem Mittagessen an. Die dieswöchige Aufgabe: Jede der sechs Gruppen mit Teilnehmern von sechs bis zwölf Jahren muss eine berühmte Sehenswürdigkeit errichten. Im Waldheim ist nämlich ein Raumschiff gelandet, die „OVX10“, inklusive Alien-Insassen. „Die Sehenswürdigkeiten sollen den Aliens einen Einblick in unsere Welt ermöglichen“, sagt Betreuerin Lena Wagner.

Die 33 Mädchen und Jungen aus Florian und Lenas Gruppe haben sich für den Nachbau des römischen Kolosseums entschieden. Beim GZ-Besuch am Donnerstagnachmittag ist es schon so gut wie fertig. Eifrig suchen die Kinder im kühlen Wald nach kleinen Holzstücken, um dem Gebilde den letzten Schliff zu verleihen. Gestern war dann die große Lagerbewertung, bei dem das Lägerle jeder Gruppe bewertet wurde. Deshalb hieß es am Donnerstag bei allen: „Wir müssen alles perfekt vorbereiten, so- dass wir auch den ersten Platz machen“, sagt die Betreuerin augenzwinkernd.

Mit in den Boden gesteckten Holzstücken und -stämmen haben die Jungen und Mädchen die Rondellform des Kolosseums erstaunlich gut nachgebaut. „Ich weiß noch genau, welchen Stock ich reingemacht habe“, ruft die sechsjährige Sophia begeistert und rennt zielstrebig auf einen der vielen Stöcke zu. Ebenfalls fest mitangepackt hat der sechsjährige Oliver, der stolz berichtet: „Ich hab auch ordentlich mitgebaut. Vor allem Stöcke gebunden und sowas.“ Doch das nun anstehende Aufräumen ist bei den Sprösslingen weniger beliebt. „Ich hasse aufräumen. Bei mir im Zimmer liegt auch immer mein ganzes Spielzeug herum“, stellt Marlene, sechs Jahre, ihre Ansichten klar. Der siebenjährige Nico ist dagegen fröhlich mit zwei Stecken zugange und säubert das Innere des Kolosseums mit den Worten: „Ich bin hier der Putzer im Haus.“

Währenddessen machen sich einige der Kinder geschäftig an den Bau des Weges, der zu ihrer Sehenswürdigkeit führen soll. Baumstämme grenzen den Weg ein. „Außerdem verzieren wir den Weg mit Tannenzapfen und Moos. Unten, wo der Weg beginnt, schreiben wir mit Tannenzapfen noch Herzlich willkommen“, erzählt Marlene voller Elan, während sie wachsam nach Tannenzapfen Ausschau hält.

Eine andere Gruppe hat sich die Nachfertigung der „Golden Gate Bridge“ aus den USA vorgenommen. Momentan scheint die Brücke noch nicht sehr stabil – Christina Ocker ist trotzdem optimistisch: „Drei Stunden Zeit haben wir ja noch“, meint sie lachend, während sie das Holzgebilde mit weiteren helfenden Händen stabilisiert.

Am Waldheim gefallen den Teilnehmern ganz unterschiedliche Dinge: Oliver und Hannes sind sich einig, für sie ist der Lagerbau im Wald der absolute Höhepunkt. Auch Marlene gefällt der Lagerbau sehr: „Ich denke, dass alle hier gern Lager bauen wollen. Weil das voll toll ist. Aber den Früh- und Abendsport finde ich auch richtig gut.“ Ryan, sechs Jahre, bevorzugt hingegen die gesungenen Lieder in der Andacht: „Mir gefallen die verschiedenen Musikinstrumente. Da gibts ein Schlagzeug, Trommeln und Gitarren.“ Dana spielt am liebsten das Faule-Ei-Spiel.

Nach einem stärkenden Nachmittagsimbiss nehmen die rund 100 Kinder nochmal ihre ganzen Kräfte für den Endspurt zusammen, bevor es nach der Abendandacht mit dem Bus heimwärts geht.

 

Geislinger Zeitung / FRANZISKA KONRAD | 23.08.2014