(2012) Lägerle-Bauer errichten Forschungsstation

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Insgesamt fast 400 Kinder verbringen in diesen Sommerferien abenteuerliche Tage im evangelischen Waldheim in Stötten. Diese Woche errichten die Lägerle-Bauer kleine Forschungsstationen im Wald. 

In der letzten der drei Waldheim-Wochen lassen es Kinder und Betreuer etwas ruhiger angehen. Erst um 9.30 Uhr – sonst beginnt der Waldheim-Tag um 8 Uhr – geht es mit den ersten Workshops auf dem Gelände des Stöttener Ferienheims los.

Die 130 Kinder, die dieses Woche mit dabei sind, dürfen sich bei Brenn- und Völkerball austoben, gemeinsam Marionetten basteln oder auch mal etwas ganz Neues ausprobieren: Malen mit dem Fuß.

Nach gemeinsamer Andacht und Mittagessen geht es am Nachmittag auf zum halbstündigen Spaziergang in den Wald, wo die Kinder in fünf verschiedenen Gruppen ihre Lägerle bauen. In dieser Wochen sollen im Wald kleine Forschungsstationen mit Ausgrabungsfeldern entstehen. Ende der Woche vergibt eine Jury Punkte für die Lägerle und prämiert eine Siegergruppe. Wer Lagerteile verwendet, die von Gruppen in den Wochen zuvor zurückgelassen wurden, oder „Industriespionage“ bei der Konkurrenz betreibt, bekommt Punktabzug.

Bevor die Prämierung ansteht, haben die Kinder noch viel zu tun: Die Lagerbauten werden ausschließlich mit Schnur aus Ästen und kleineren Baumstämmen zusammengebunden; Nägel oder andere Hilfsmittel sind nicht erlaubt. Standfest sind die kleinen Gebäude trotzdem: „Wenn die Holzstämme richtig zusammengebunden werden, dann kann man später sogar draufstehen“, weiß Waldheimleiterin Daniela Hartmann aus Erfahrung.

Kinder und Betreuer lassen bei der Gestaltung der Lägerle ihre ganze Fantasie spielen. Mittelpunkt ist bei den meisten Gruppen eine großes Zelt aus Holzstämmen, teilweise bis zu zwei Meter hoch. Eifrig graben die Mädchen und Buben Löcher für die Zeltpfosten in den Waldboden, sammeln Nadelzweige zur Dekoration und bauen Jeeps und Boote aus Baumstämmen. Abseits der Hauptlagerstelle gestalten die Kinder kleine „Ausgrabungsfelder“. Hier stellen sie besondere Fundstücke aus: zum Beispiel ein Flugsaurierskelett, das sie liebevoll aus Ästen, Tannenzapfen und Moos zusammengeknotet haben.

Betreut werden die Kinder von 88 ehrenamtlichen Betreuern. Viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben sich extra Urlaub genommen, um beim Waldheim mithelfen zu können. „Den Mitarbeitern macht es viel Spaß“, sagt Daniela Hartmann. „Deshalb müssen wir auch gar keine Werbung mehr machen.“

 

Autor: STEFANIE SCHMIDT | 15.08.2012, Geislinger Zeitung