Waldheim in Stötten feierte am Samstag Jubiläum - Ein Tag voller Spiele, Spaß und Spannung. Zurück in die Zeiten, als die Gruppenleiter noch mit Onkel und Tante tituliert wurden, ging es am Samstag beim Waldheim-Jubiläum in Stötten.
Ein fröhliches Fest gab es am Samstag auf dem Waldheimgelände in Stötten. Denn vor 50 Jahren gründete Dekan Jakob Straub hier das Waldheim, das seitdem jeden Sommer Hunderten von Kindern drei Wochen lang ein kreatives, christliches Ferienprogramm bietet. Dass dies bewegte, aber auch bewegende Zeiten waren, "sowohl für Kinder als auch für die Mitarbeiter", wie sich Jörg Schulze-Gronemeyer von der Waldheim AG in Stuttgart ausdrückte, stellte Daniela Hartmann eindrucksvoll unter Beweis.
Die in Pink gekleidete "Reiseleiterin" begegnete gleich einem Waldheimteilnehmer der ersten Ära mit Namen Hans (Martin Geiger). Der hatte sehr kurze Hosen mit Hosenträgern an, ein kariertes Hemd und Socken in Sandalen. Hans erzählte dem Gast aus dem anderen Jahrzehnt von der Andacht, die er soeben gehört hatte und dass die Jungen- und Mädchengruppen jetzt mit ihren "Onkeln" und "Tanten" in den Wald gingen, um "Lägerle" zu bauen.
Dekanin Gerlinde Hühn, die im Anschluss an das kurzweilige Anspiel eine knappe, aber eindrückliche Predigt hielt, bezeichnete Daniela Hartmann und Martin Geiger als die "Galionsfiguren des Waldheims". Das bezog sie vor allem auf deren "kreative und witzige Art, Kindern christliche Themen näher zu bringen". Nicht fehlen bei diesem Feier-Gottesdienst unter freiem Himmel durfte neben schwungvollen Liedern der seit Jahren absolute Waldheim-Hit "Laudato si". Dessen neun Strophen sangen vor allem die Kinder lauthals mit. Dass den Anwesenden das Singen Spaß machte, war der Waldheim-Band zu verdanken, die mit fünf Gitarren, darunter zwei elektrischen, sowie mit Schlagzeug und gleich zwei Sängerinnen aufwartete. Im Anschluss an den Gottesdienst überbrachte Jörg Schulze-Gronemeyer als Geschenk ein großes Trampolin, das die Kinder selber auspacken durften, Stadtrat Hans-Peter Maichle verschenkte ebenfalls "Freude ohne Batterien", ein von Jugendlichen der Berufsschule hergestelltes Geschicklichkeitsspiel. Gerhard Zachmann, der 36 Jahre lang Kirchenpfleger und damit Ansprechpartner für die Waldheimleiter war, hoffte, dass sich der Kirchenbezirk "des Wertes eines solchen Waldheims bewusst ist". Bevor die Gäste die Essensausgabe stürmten, erinnerte sich der ehemalige Mitarbeiter der ersten Stunde, Siegfried Gölz, an die Anfänge, an Anekdoten und daran, dass er hier seine Frau kennengelernt habe. "Das ist aber auch anderen passiert", fügte er unter dem Lachen der Gäste hinzu. Im Lauf des Tages, der sich zwar bewölkte, aber regenfrei blieb, hatten die Kinder die Gelegenheit, an den Stationen der Spielstraße ihre Geschicklichkeit oder ihr Wissen zu testen oder auf der Hüpfburg zu toben. Die Ehemaligen ließen beim zweistündigen Erinnerungsfilm, zusammengeschnitten aus Fotos und Dias, Super 8-Filmen und Videos, alte Zeiten Revue passieren, betrachteten ausgestellte Fotos oder plauderten bei Kaffee und Kuchen über früher. Gegen Ende des Jubiläumstages führten Waldheimkinder noch einen Tanz auf und die Waldheim-Band "unsaturate" gab ein Konzert.
(Geislinger Zeitung, 10.08.2009, Claudia Burst) |